Ergothionein, kurz ET, wird von Forschern als „Langlebigkeitsvitamin“ gehandelt.
ET ist eine schwefelhaltige Aminosäure und kommt besonders in Pilzen, wie Austern- und Shitake-Pilzen vor. Es wirkt offenbar antioxidativ und entzündungshemmend. Auch im Gehirn? Jawohl. Ergothionein kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden. Wir erinnern uns: Die Blut-Hirn-Schranke schützt das Gehirn vor schädlichen Substanzen, aber sie verhindert eben auch, dass die meisten Medikamente dorthin gelangen können. ET reichert sich in Geweben mit hohem oxidativem Stress an – also in Leber, Nieren und im Gehirn.
Studien zeigen, dass Menschen mit niedrigen ET-Spiegeln ein erhöhtes Risiko für Demenz und kognitive Beeinträchtigungen haben.
Noch spannender sind die Ergebnisse aus Labor- und Tierversuchen: Ergothionein reduziert die Bildung von sogenannten Amyloid-Plaques- das sind abnormale Ablagerungen im Hirn und typisch bei Alzheimer.
Außerdem verbessert ET den Glukosestoffwechsel im Gehirn, der eine ganz entscheidende Rolle für die Gehirngesundheit spielt.
Und auch eine Pilotstudie der Universität Singapur mit älteren Menschen stimmt hoffnungsvoll: Die Studie war doppelblind, placebokontrolliert und lief über ein ganzes Jahr. 19 Teilnehmer, alle über 60, erhielten entweder Ergothionein oder ein Placebo – und das dreimal pro Woche. Hier zeigten sich bei den Teilnehmern, die ET erhielten, positive Effekte auf die Lernfähigkeit und es stabilisierten sich sogar Biomarker die mit neuronalen Schäden in Verbindung stehen.
Natürlich hat die Studie durch die geringe Anzahl der Probanden ihre Einschränkungen – aber die Ergebnisse sind so vielversprechend, dass weiter geforscht wird.
Bis die Wissenschaft den genauen Wirkmechanismus und die richtige Dosierung für Medikation und Prophylaxe belegen kann, kommen bei mir jetzt auf jeden Fall Austern-und Shiitakepilze öfter auf den Teller!