Ein Molekül, das den Körper in den "Fastenmodus" versetzt, ohne dass wir hungern müssen? Das klingt wie Märchenmedizin, könnte aber bald Realität werden. Kalorienrestriktion gilt ja als eine besonders wirksame Methode zur Lebensverlängerung und hat viele gesundheitliche Vorteile. Aber auch einen ganz entscheidenden Nachteil: Viele Menschen halten sie nicht durch. Für die gibt es jetzt interessante Neuigkeiten: Forscher sind einem „Fasten ohne Fasten“-Effekt auf der Spur – dank einer Substanz namens Lithocholsäure (LCA).
LCA ist eine Gallensäure, die im Darm gebildet wird. Sie entsteht durch den Abbau von Cholesterin) durch Darmbakterien und scheint den Stoffwechsel positiv zu beeinflussen.
Forscher fanden heraus, dass LCA ein bestimmtes Enzym namens AMPK aktiviert. AMPK ist eine Art "Zell-Schalter", der den Energiestoffwechsel fördert und mit Langlebigkeit in Verbindung steht. Normalerweise wird AMPK durch Fasten oder Sport aktiviert, also wenn man die Zellen ein klein wenig unter Stress setzt– jetzt zeigt sich: LCA kann diesen Effekt auch alleine auslösen.
Bei Mäusen zeigte LCA beeindruckende Effekte: Nicht nur, dass es nicht zu einem Muskelabbau kam, der bei Kalorienrestriktion auftreten kann, wenn man nicht gezielt durch Sport gegensteuert, sondern ganz im Gegenteil: Muskelkraft, Ausdauer und die Regeneration nach Verletzungen verbesserten sich deutlich. Und auch auf molekularer Ebene tat sich einiges: Die NAD⁺-Spiegel stiegen, es bildeten sich mehr Mitochondrien, die Arbeit der Energie-Kraftwerke der Zelle und die Blutzuckerregulation verbesserten sich.