Wichtig zu wissen: Die Studie hat ihre Schwächen, denn: Die Studienteilnehmer wurden alle vor 1957 geboren. In den 50er und 60er Jahren waren Scheidungen selten und mit enormen sozialen Stigmata verbunden. Das bedeutet unter anderem: Wenn Eltern damals trotz aller Hürden eine Scheidung vollzogen, waren die familiären Konflikte wahrscheinlich besonders schwerwiegend. Ebenso die sozialen Folgen hinterher. Die Studie kann also keine Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen, basiert auf Selbstauskünften und berücksichtigte nicht alle Risikofaktoren.
Es ist demzufolge unklar bis wenig wahrscheinlich, ob dieser Zusammenhang auch für Kinder getrennter Eltern von heute gilt. Die gesellschaftlichen Umstände haben sich grundlegend geändert: Scheidungen kommen häufiger vor, sind weniger stigmatisiert, und es gibt bessere Unterstützung für betroffene Familien. Aber: Die Studie unterstreicht, wie eng seelische und körperliche Gesundheit miteinander verknüpft sind und wie wichtig es ist, Kindern in belastenden Lebenssituationen bestmögliche Unterstützung zu bieten – denn frühe Lebenserfahrungen können offenbar die Gesundheit bis ins hohe Alter beeinflussen.