Stammzelltherapien sind Hoffnungsträger der modernen Medizin. Vieles ist hier noch Zukunftsmusik, aber einige Therapien sind schon Realität: Beispielsweise werden Stammzellen schon seit Jahren zur Behandlung von Leukämien eingesetzt. Doch wenn man sie transplantiert, steht man oft vor einem großen Problem: Die Stammzellen verlieren, wenn sie im Labor vermehrt und dann in Patienten transplantiert werden, oft ihre "Power", bevor sie überhaupt ihre Arbeit im Körper verrichten können. Der Grund: Oxidativer Stress, der die Energie-Kraftwerke der Zellen, die Mitochondrien, schädigt. Das lässt sie zu schnell altern. Sie werden seneszent, verlieren ihre Teilungsfähigkeit und damit ihre Wirksamkeit…
Ein Forscherteam um Hyunho Lee und Matteo Massaro in Kooperation mit dem Baylor College of Medicine in Texas könnte hier eine clevere Lösung gefunden haben, die nicht nur die Erfolgsquote für Stammzellentherapien verbessern, sondern auch wegweisend für neue Behandlungen, die den Alterungsprozess direkt in der Zelle verlangsamen, sein könnte.
Der Schlüssel hier ist mRNA: Messenger, also Boten-RNA. Sie übermittelt die „Baupläne“, damit Zellen bestimmte Proteine produzieren können. In diesem Fall hat man durch die Boten-RNA gezielt das Protein NRF1 produziert. Das ist ein Protein, das den Zellen dabei, hilft neue Mitochondrien zu bauen und alte zu reparieren. Und: Wenn Zellen unter Stress geraten, aktiviert NRF1 bestimmte Schutzprogramme, die das Altern der Zellen verlangsamen können. NRF1 sorgt außerdem dafür, dass die Zellen Sauerstoff effizienter zur Energieherstellung nutzen können.
Man könnte fast sagen: NRF1 ist wie ein Personal Trainer für die Mitochondrien.